Edwin verbindet seine Wurzeln mit unterschiedlichsten Einflüssen und schafft daraus seinen unverkennbaren eigenen Stil. Er legt seine ganze Kraft in seine Stimme und seine Instrumentalkunst. Die Klavieraufnahmen hat er auf einem Bösendorfer-Flügel erster Güte eingespielt. Saitentechnisch zupft er diesesmal auf einer großen Akustik-Jumbo-Stevensgitarre und einer original National-Style-O-Resonatorgitarre. Für die Mundharmonika-Fans gibt es auch einen wuchtigen Happen! 17 brandneue Stücke, mit und ohne Gesang, werden die neue CD gut ausfüllen. Für viele Fans ist die neue Scheibe Anlaß zu großer Freude, gibt es doch diesesmal “Edwin pur” wie in seinen Konzerten, d.h. ohne Begleitmusiker!
Track-Liste:
- 1Blues Jam
- 2White man wife
- 3Stay away
- 4Nobody's fault but mine
- 5Working at the Club Town
- 6Matilda
- 7Melancholie
- 8Big chief/Iko Iko
- 9Down the road a piece
- 10Pain
- 11Restless
- 12Visions
- 13Samba de Orfeo
- 14Why can't we live together
- 15My Babe
- 16Caravan
- 17Solace
“Blues News” Nr. 48
“Roots and specials” ist bereits die siebente Veröffentlichung des Komponisten, Pianisten, Gitarristen, Bluesharp-Spielers und Sängers Edwin Kimmler aus dem niederbayerischen Landshut und zeigt ihn als Solisten ohne Begleitband. So vielseitig seine Talente an seinen beiden Hauptinstrumenten Gitarre und Piano sind, so vielseitig zeigt er sich auch stilistisch. Er liebäugelt mit dem Calypso, schielt nach Tango, findet Gefallen an Samba und Swing – weswegen diese CD auch in der Rubrik “Grenzgänger” hätte erscheinen können. Sein Hauptaugenmerk bei den immerhin 17 Stücken gehört jedoch dem Blues zwischen Rag und Boogie.
Kimmler ist mit diesem Album sicherlich nicht die Neudefinition des akustischen Gitarren- und Pianoblues gelungen – vermutlich hat er die ja auch gar nicht angestrebt – dafür aber ein rundherum schönes Album, das Wärme, Leidenschaft und Engagement ausstrahlt. Man fühlt sich als Hörer ganz einfach wohl und sofort zu Hause mit dieser CD, man spürt das Herzblut, mit dem diese Stücke eingespielt und interpretiert wurden. Gerade in der Interpretation fremder Vorlagen – ob Blues oder nicht – zeigt sich Kimmlers Einfallsreichtum, was rhythmische Finessen und diverse Tricks hinsichtlich der Arrangements betrifft. Und sein versierter Umgang mit Tasten und Saiten versetzt ihn in die Lage, über alle stilistischen Grenzen hinweg sogar so etwas wie einen persönlichen Stil zu entwickeln.
Kimmlers Eigenkompositionen – hinter sieben Stücken steht sein Name – halten einem Vergleich mit denen der von ihm gecoverten Songs von Willie Dixon oder Blind Willie Johnson durchaus stand, die dankenswerterweise im Booklet abgedruckten Texte sind persönlicher Natur, erlauben jedoch dem Zuhörer stets, sich in ihnen selbst wiederzuentdecken. Vor allem Freunden des akustischen Blues, die sich nicht scheuen, auch ab und zu mal einen Blick über den Tellerrand zu riskieren, kann man also “Roots and specials” durchaus wärmstens empfehlen.
(“Blues News” Nr. 48, Januar bis März 2007, lei)



