“Boogie for Five Minutes” in knapp vier Minuten? Für Edwin Kimmler kein Problem, denn der Vollblutmusiker kann in einem atemberaubenden Tempo Klavier Spielen. Dabei sitzt jeder Ton und er schafft es sogar noch, permanent ins Publikum zu strahlen. Die Besucher im ausverkauften Weinbeißer sind so begeistert, dass sie keine Sekunde still sitzen, sondern mitklatschen und mit den Füßen trampeln. Kurz gesagt: Die Stimmung ist einfach gigantisch.
Bereits der erste Teil des Abends ist ein einziger Ohrenschmaus. Darin tritt Kimmler mit seinen drei Gitarren auf, obwohl er sonst mehr davon dabei hat. Aber die Enge der Bühne lässt nicht mehr zu und so hat er nur sehr wenige seiner ausgefallenen Instrumente dabei, so auch eine Silbergitarre und eine mit zwölf Saiten. Deren vollmundiger Klang begeistert alle Besucher, nicht nur, weil sie so perfekt gespielt wird.
Und erst die Bandbreite seiner Musik. Alles, was fetzt und rockt liegt Kimmler im Blut und reicht von Jazz und Blues über hawaiianische Musik und Calypso bis hin zu Boogie Woogie.
In jeder Musikrichtung ist der sympathische Landshuter erkennbar zuhause und fühlt sich wohl. Ebenso wie die stetig steigende Schar seiner Fans: Kimmlers Fröhlichkeit springt sofort auf die Zuhörer über. Auch seine bescheidene Dankbarkeit über den Applaus ist ganz offensichtlich ehrlich – und das nach über 30 Jahren Bühnenpräsenz.
Für Heiterkeit sorgen auch kleine Geschichten und biographische Anekdoten, die so menschlich wirken.
Zur Höchstform läuft Edwin Kimmler aber bei seinem Klavierspiel der besonderen Art auf. Nicht nur, dass er auf dem Klavier perfekt spielt, er tanzt auch noch darauf herum. Und das alles auf der winzigen, 1.50 x 0.8 Meter großen Bühne. Dass er nebenbei auch noch singt und Mundharmonika spielt, macht den Abend noch mehr zu einem Erlebnis. Es ist kaum auszumachen, was mehr Spaß macht, den Klassikern des beginnenden 20. Jahrhunderts zuzuhören, oder sich bei Kimmlers Eigenkompositionen einfach fallen zu lassen.
Kein Wunder, dass die Zuhörer Kimmler am Ende kaum gehen lassen wollen und er drei überlange Zugaben mit jeweils mehreren Stücken abgerungen bekommt, die er stets lächelnd gibt und damit einen außergewöhnlichen Abend beendet. Leider.





