Edwin Kimmler in concert. Das Landshuter Mulitalent war im Bürgersaal gut in Form
Von Ingrid Huber
Ergolding. Edwin Kimmler – Muss man ihn den Landshutern eigentlich noch vorstellen? Er, der bereits 1978 mit jungen 16 Jahren im Cafe Minimum sein erstes Konzert gegeben hatte. Damals hatte er noch in einem Folk-Duo gespielt. Aber er hatte sich da bereits als absoluter Autodidakt alle Instrumente selbst erarbeitet.
Inzwischen ist er ein Vollprofi, und als Gitarist, Pianist, Sänger und Komponist zeigte er am Samstag im Bürgersaal wieder alle Facetten seiner Musik. Und das ist bei Edwin Kimmler nicht wenig. Von Blues, Boogie, Hawaiian Swing über Calypso und Soul, zeigte er, was ein wahres Multitalent auf Gitarre, Mundharmonika und Flügel zu bieten hat.
Fliegende Wechsel
Bereits der Anblick der fünf Gitarren, die den Künstler auf der Bühne eng umringten, war ungewöhnlich. “Das ist keine Show”, versicherte Kimmler. “Jede hat einen bestimmten Zweck!” Und er bewies es auch gleich und wechselte die Gitarren ebenso wie die Musikstücke.Vom Swing zur Einstimmung über Boogie Woogie Dance mit der Blues Gitarre, die einen harten, blechern und scheppernden Klang haben soll, bis zu den leichten, sanften Flügen mit der Hawaiian Swings Gitarre, spielte sich Kimmler geradewegs in die Herzen der Zuschauer. Die meisten Stücke waren von seiner im Vorjahr erschienenen und im Alleingang produzierten CD “Keys’n Strings” Wie der Name es bereits verrät, Tasten (eines Flügels) und Saiten (einer Gitarre). Eben die beiden Instrumente, die Kimmler so kunstvoll beherrscht.
Auch wenn er zwischendurch immer einmal Lust und Laune zeigte, mit seiner Mundharmonika den Zuschauern Tempo zu machen.”Macht’s mit, es fehlen die Drums, die könnt ihr ja übernehmen! ” Und als die Zuschauer dann erschöpft vom Mitklatschen waren, zückte er zum xten Mal sein Schweißtuch und meinte mit Augenzwinkern: „Ja, ja,das kostet Kraft. Wer weiß, wie lange das bei mir noch geht!”
Erstmals Gospelsong
Und dann überraschte er alle – zum ersten Mal live, wie er versicherte – mit einem Gospelsong auf seiner zwölfsaitigen Lieblingsgitarre, die “sehr ‘tief klinge, und auf Bariton gestimmt, damit die Bässe gut kommen.” Dann folgte wiederum ein rasantes Stück, ein Italian Rag, gefolgt von einem Steel Guitar Boogie! Au! Da vibrierte der Bühnenboden! Nach der Pause waren die Gitarren von der Bühne verschwunden und Kimmler trat am Konzertflügel in Aktion. Nach “Healing”, das er selbst geschrieben hatte. und der Ballade “Truth”, von der er meinte, dass er darauf wirklich stolz sei, rundete eine koordinierte Meisterleistung von Klavier, Mundharmonika und Gesang, die – beinahe gleichzeitig stattfanden – das Konzert ab.





